Norm & Herstellung
Das Geheimnis des Tequila-Erfolges lässt
sich nur mit dem einzigartigen Geschmack erklären, der dem
Tequila durch das Herz der blauen Agave „Tequilana Weber“
verliehen wird.
Der Anbau der Agave und die Herstellung des
Tequilas werden zwecks Qualitätserhaltung streng nach einer Norm
gesetzlich geregelt (Norm NOM-006-SCFI-2005), ähnlich wie beim
deutschen Bier-Reinheitsgesetz.
Der
Consejo Regulador de Tequila (CRT) ist mit der Überwachung und
Zertifizierung durch den Gesetzgeber beauftragt.
Jede Tequila-Brennerei erhält vom CRT nach
entsprechender Prüfung eine NOM-Nummer. Diese Nummer ist bei
Tequila stets auf dem Etikett zu finden ist.
Die Norm regelt Anbaugebiete, Produktion
und auch Abfüllung.
Echter 100% Agave Tequila darf nur in
Mexiko unter Überwachung des CRT abgefüllt werden. Der Export
muss angemeldet werden und unterliegt ebenfalls der Überwachung.
Tequila Mixto darf auch als lose Ware
exportiert und im Importland abgefüllt werden. Auf dem Etikett
steht dann Tequila, und zwar ohne den Vermerk 100% Agave. Mixto
steht natürlich nicht auf dem Etikett, ist aber drin.
Anbaugebiet
Für die Herstellung von Tequila darf
ausschließlich„blaue Agave Tequilana Weber“ verwendet werden.
Die Agave muss zudem aus bestimmten Anbaugebieten stammten,
welche von den klimatischen und Bodenverhältnissen besonders für
den Anbau der blauen Agaven geeignet sind.
Festgelegt sind der gesamte Bundesstaat
Jalisco, 6 Regionen in Guanajuato, 30 Regionen in Michoacán, 8
Regionen in Nayarit, 11 Regionen in Tamaulipas.
Im Detail:
Alle Regionen in Jalsico und zusätzlich
Abasolo, Manuel Doblado, Cuerámaro, Huanímaro, Pénjamo,
Purísima del Rincón, Briseñas de Matamoros, Cabinda, Chilchota,
Churintzio, Cotija, Ecuandureo, Jacona, Jiquilpan, Maravatío,
Marcos Castellanos, Nvo. Parangaricutiro, Numarán, Pajacuarán,
Peribán, La Piedad, Régules, Los Reyes, Sahuayo, Táncitaro,
Tangamandapio, Tangancícuaro, Tanhuato, Tinguindín, Tocumbo,
Venustiano Carranza, Villa Mar, Vista Hermosa, Yurécuaro,
Zamora, Zináparo, Ahuacatlán, Amatlán de Cañas, Ixtlán del Río,
Jala, Jalisco, San Pedro de Lagunillas, Santa María del Oro,
Tepic, Aldana, Altamira, Old Lives them, Gómez Farías, González,
Llera, Mante, New Lives them, Ocampo, Rubberized duffel bag,
Xicotencatl.
Destillate, die nach dem gleichen Verfahren
außerhalb der zugelassenen Ortschaften hergestellt werden,
müssen sich Mezcal nennen. Mezcal ist der entsprechend
Oberbegriff für die gesamten Agavendestillate.
Die Blaue Agave mit dem botanischen
Namen „Tequilana Weber“ benötigt ca. 7 bis 12 Jahre zur Reife –
je nach Sonneneinstrahlung. Heute werden von manchen Fabriken
die Agaven bereits nach 5 Jahren geerntet. Die Herzen sind klein
und geben wenig Saft. Die Agave wird vom Jimador
geerntet. Die Ernte selber heißt Jima oder Jimado. Der Jimador
gräbt die Agave aus und befreit diese von den spitzen Blättern.
Am Ende bleibt nur das Agavenherz übrig. Die Herzen werden auch
Piñas genannt und ähneln einer enormen Ananas. Sie wiegen bis zu
85 kg, je nach Alter und Reifung. Die Herzen werden in Stücke
geschnitten und in einen Ziegelofen ca. 24 – 36 Stunden
zwischen 60 und 95 Grad gegart. Beim kochen geben die Herzen
das Honigwasser (Aqua Miel) ab. Dieser Honigsaft wird je nach
Qualität zwischen 36 Std. und 10 Tagen vergoren.
Viele Hersteller benutzen heute auch
Hochdruckkocher (Autoklaven),
um die Effizienz zu erhöhen. Hier verbleiben die Agaven unter
Druck und heißem Dampf 8 und 14 Stunden. Der Zucker wird in
Einfachzucker
umgewandelt.
Nach dem Kochen kühlen die Agaven ab und
werden dann zerkleinert. Das Zerkleinern erfolgte früher mit
einer Art Getreidemühle. Mit Wasser bestrahlt, wird der Saft und
Zucker aus den Pflanzen gelöst und diese anschließend noch
ausgepresst. Bevor der Sirup
oder Most verarbeitet
wird, wird nun entschieden, ob ein 100 % oder ein Tequila-Mixto
entstehen soll. Bei einem 100 %-Tequila werden der Sirup oder
Most ohne Zusatz in große Tanks eingebracht. Ansonsten muss ein
Minimum von 51 % Agaven-Zucker verbleiben, der mit maximal 49 %
anderem Zucker gemischt werden kann. Unter Zugabe von
Hefe
fermentiert die
Masse, abhängig von der Jahreszeit und Temperatur, bis zu 12
Tagen, dank moderner Chemie oft aber nur noch 24 Stunden.
Der gefilterte Most enthält neben Wasser
auch Aldehyde und Ester sowie Ethylalkohol und andere höher-
oder minderwertige Alkohole. Zwecks Eleminierung unerwünschter
Substanzen wird nun destilliert.
Bei der ersten Destillation entsteht noch
kein Tequila. Der Alkoholgehalt liegt bei 20 – 30
Volumenprozent.
Bei der zweiten Destillation entsteht
echter weißer Tequila zwischen 40 und 55%.
Besonders hochwertige Destillate, wie zum
Beispiel unser Tequila El Charro Premium Añejo, werden sogar
dreifach destilliert.
Für „echten“ Tequila verwendet man übrigens
keine Hefen, sondern ein Bakterium (Zymomonas
mobilis).
Bei einem Mixto (51% Agavensaft noch 49%
andere Fremdzucker) können chemische Gärhilfen verwendet werden,
und um den Tequila Mixto noch weicher zu machen dürfen folgende
bis zu maximal 1% Zusatzstoffe verwendet werde: Karamelfarbe,
natürliche Extrakte aus Oak und Encina, Glycerin und
Zuckersirup.
Der Hinweis 100% Agave ist auf echten
100% Agaven Tequila immer auf dem Etikett vermerkt – ansonsten
ist es wahrscheinlich ein Mixto.
Tequilas gibt
es ungereift als Silber, als Reposado (gereift), als Añejo
(lange gereift) oder sehr selten als Extra Añejo (extra lange
gereift)
Eine
Reifelagerung im Eichenfass mildert den Geschmack des Tequilas
und gibt ihm eine besondere Note durch die Aufnahme von
Geschmacksstoffen aus dem Holzfass.
Gereift wird in
französischer oder amerikanischer Eiche und Rotholzfässern.
Achtung: ein
Blanco ist nicht schlechter wie ein Reposado oder ein Añejo,
sondern anders. Eine Añejo ist besonders mild und enthält
besonders viel Geschmacks- und Aromastoffe aus der
Holzfasslagerung – viele mögen aber trotzdem oder genau deshalb
einen Blanco oder Reposado lieber.
Das Produkt
verteuert sich mit zunehmender Lagerung, ist daher aber
qualitativ nicht besser, sondern anders, mit zusätzlichen
Geschmacksstoffen und milder.
Leider wird
häufig behauptet, der Añejo wäre der beste Tequila, aber das ist
schlicht Geschmackssache und man sollte alle mal probieren und
sich dann entscheiden.
Die verwendeten Rohstoffe, besonders auch
die Herstellungsverfahren, die unterschiedlichen Reifezeiten,
die verschiedenen Fässer und die hohe Kunst der einzelnen
Brennmeister bestimmen also ganz wesentlich Aroma, Geschmack und
Qualität eines Tequilas, nicht nur die Reifezeit im Holzfass.
Die Blanco
Tequilas werden nach der Destillation direkt abgefüllt und sind
weiß, da sie keine Farbstoffe von der Eichenfasslagerung
aufnehmen.
Die
Reposados (d.h. abgelagert) reifen je nach Produzent in
Fässern aus Rotholz oder auch in kleinen Eichenfässern. Die Norm
schreibt eine Reifezeit von mindestens zwei Monaten vor, üblich
sind jedoch bis zu 9 Monaten Durch die Reifung nimmt der Tequila
Farbstoffe des Holzfasses auf und erhält eine gelbe Farbe. Der
Tequila wird im Geschmack mit zunehmender Lagerung sanfter, die
Farbe intensiver.
Die Añejos
(d.h. gealtert) reifen in der Regel ein bis vier Jahre in
Kentucky-Bourbon-oder auch in französischen Cognac oder
spanischen Sherry-Fässern. Per Gesetz gilt eine Mindestreifezeit
von einem Jahr. Durch die längere Reifezeit ist der Añejo
dunkler als ein Reposado, im Geschmack noch sanfter und milder.
Der Tequila
Herencia Historico von Tequilas del Señor wurde vor seiner
Abfüllung sogar außergewöhnliche 5 Jahre in spanischen
Eichenfässern gelagert.
Tequila Gold
ist ein „junger“ Tequila Mixto, welcher seine Färbung durch
Zusatzstoffe erhält, nicht durch Eichenfasslagerung. |